Mödlinger Symphonisches Orchester

Jean Sibelius „Finlandia“ – seine wohl populärste Komposition – war 1899 Teil einer Aufführung „lebender Bilder aus der finnischen Vergangenheit und Mytho- logie“ im Schwedischen Theater in Helsinki. Sie etablierte sich rasch als Dokument des f innischen Nationalbewusstseins, gar als inoffizielle Nationalhymne. Die Beliebtheit und patriotisch-emotionale Bedeutung des Stücks ist in Finnland auch heute ungebrochen.

Ein Meisterwerk? Die Geister scheiden sich bei Robert Schumanns Cellokonzert. Dabei schrieb er es in einer Hochphase seines Lebens 1850. Als frischgebackener Musik- direktor war er gerade von Dresden nach Düsseldorf gezogen. Er schrieb es innerhalb von nur zwei Wochen. Das anspruchsvolle Stück lebt durch seine Intensität und Emotionalität und zeigt viel von Schumanns Charakter.

Modest Mussorgsky hat die „Bilder einer Ausstellung“ 1874 als Klavierzyklus komponiert. Zehn Teile der „Bilder einer Ausstellung“ beschreiben Bilder und Aquarelle des Malers und Architekten Viktor Hartmann – ein Freund des Komponisten. Den harten Klavierton Mussorgskys hat der Franzose Maurice Ravel orchestral zu verfeinern gesucht und das Stück mit vielen Klangfiguren genial erweitert. Variierte Zwischenspiele, sogenannte Promenaden, führen von Bild zu Bild. Am 19. Oktober 1922 erklang das jetzt verwandelte, farbintensive Stück in der Pariser Oper zum ersten Mal.

Die Orchestersuite „Straussiana“ ist eines der beiden letzten vollendeten Werke Korngolds. Sie ist eine Rückbesinnung auf ein Wien aus vergangenen Zeiten, das der bis zu seinem Tod im US-amerikanischen Exil Lebende schmerzlich vermisste. Korngold bereicherte Strauss’ ursprüngliche Orchestrierung mit funkelnden musikalischen Ergänzungen.

Mozarts Sinfonia Concertante in Es-Dur, KV 364 vereint Violine und Viola. Sie entstand 1779 in Salzburg. Charakteristisch ist der dialogische Wechsel der Solisten. Das Werk gilt als eines der eindrucksvollsten Beispiele von Mozarts kammermusikalischem Ausdruck im orchestralen Rahmen.

Werke mehrerer Mitglieder der Strauss-Dynastie runden dieses Konzerterlebnis ab. Ein Glas Sekt oder ein alkoholfreies Getränk warten auf Sie in der Pause zum Anstoßen auf das Jubiläum zum 200. Geburtstag von Johann Strauss!

Rossinis Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla“ sprüht vor Witz, Tempo und Eleganz. Sie skizziert das turbulente Bühnengeschehen – voller List, Charme und unaufhaltsamer Energie. Mit humorvollen Pausen, überraschenden Kontrasten und Präzision bereitet sie das Publikum auf die Komödie vor.

Mozarts KV 320 ist die letzte Serenade, die er in seiner Heimatstadt geschrieben hat. Das Manuskript ist auf den 3. August 1779 datiert. Sie ist den Studenten der Universität Salzburg gewidmet, zur Feier des Studienabschlusses, bevor sie in ihre Heimat zurückkehrten.

In der Literatur wird die Entstehung der 2. Symphonie von Ludwig van Beethoven als ein wichtiges Zeugnis für die inneren Kämpfe Beethovens gewertet. Er komponierte das Werk, als seine beginnende Ertaubung deutlich wurde. Die überschäumend positive Aussage der Symphonie könnte eventuell damit erklärt werden, dass Beethoven die Hoffnung hatte, geheilt zu werden. An einen Freund schrieb er während der Arbeit – am 16. November 1801: „ich will dem schicksaal in den rachen greifen, ganz niederbeugen soll es mich gewiß nicht.“

Die Geschichten aus 1001 Nacht beginnen mit einem Besuch in einem orientalischen Bazar. Die Instrumente in diesem Stück erzeugen sogleich eine eindrückliche Klanglandschaft, die die Stimmung für die Geschichten aus 1001 Nacht aufbaut.

Möglicherweise hat nun Scheherazade ihrem König Schahriyar auch eine Geschichte aus dem Hohen Norden erzählt. Denn dorthin entführt uns das zweite Stück heute Abend, Griegs einziges Klavierkonzert, das er vollendet hat. Eine amüsante Aussage Hugo Wolfs zu dieser Komposition lautet: es sei geeignet „Brillenschlangen in Träume zu hüllen oder rhythmische Gefühle in abgerichteten Bären zu erwecken“ und meinte: „… in den Konzertsaal taugt es nicht“. Die Nachwelt teilt dieses Urteil jedoch nicht!

Und zuletzt darf Scheherazade selbst auch noch mit großartiger Musik und einem Geigensolo unseres Konzertmeisters zu Wort kommen. Ein höchst abwechslungsreicher Abend mit außergewöhnlicher Musik erwartet Sie.